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Wie viele Anrufe
ein Termin wirklich kostet

Wer wissen will, wie viele Anrufe ein Termin kostet, findet innerhalb von zehn Minuten Recherche das hier:

  • Terminquote „4 bis 18 Prozent”
  • „20 bis 100 Versuche” pro qualifiziertem Termin
  • „1 bis 3 qualifizierte Termine aus 10 Telefonaten”
  • Conversion „10 bis 30 Prozent” vom Erstkontakt zum Termin
  • „25 bis 40 Anrufe pro Termin”

Das ist keine Bandbreite mehr. Zwischen „3 Anrufe pro Termin” und „100 Anrufe pro Termin” liegt der Unterschied zwischen einem tragfähigen Vertriebskanal und einem Fass ohne Boden.

Der Grund für das Durcheinander ist banal, aber folgenreich: Fast niemand sagt dazu, worauf sich die Quote bezieht.

Eine Terminquote ohne Nenner ist keine Kennzahl. Sie ist eine Zahl, die zu allem passt.

Drei Nenner, drei völlig verschiedene Prozentzahlen

In der Telefonakquise gibt es mindestens drei sinnvolle Bezugsgrößen, und sie unterscheiden sich um mehr als eine Größenordnung:

  1. Der Wählversuch. Jedes Mal, wenn jemand eine Nummer wählt. Die meisten davon enden in der Mailbox, im Vorzimmer oder bei jemandem, der nicht entscheidet.
  2. Das Gespräch mit einem erreichten Entscheider. Die Person, die zusagen kann, ist tatsächlich am Apparat und hört zu.
  3. Der gelegte Termin. Und davon getrennt: der Termin, der auch stattfindet.

Wer „Terminquote 15 Prozent” sagt und Stufe 2 meint, beschreibt eine gute Leistung. Wer dieselben 15 Prozent auf Stufe 1 bezieht, beschreibt etwas, das im B2B praktisch nicht vorkommt.

Unsere Zahlen, offen gerechnet

Wir liefern telefonisch qualifizierte Termine für SaaS-Unternehmen, IT-Dienstleister und Marketing-Agenturen. Das sind die Werte, mit denen wir arbeiten:

StufeWertAls Quote
Wählversuche, bis ein Entscheider am Telefon ist8 bis 128,3 bis 12,5 %
Entscheider-Gespräche, bis ein Termin steht7 bis 119,1 bis 14,3 %
Anteil der Termine, die stattfinden (Show-Rate)70 bis 80 %

Daraus ergibt sich die Zahl, nach der eigentlich gefragt wird:

56–132
Wählversuche pro gelegtem Termin
8 × 7 im günstigen Fall, 12 × 11 im ungünstigen. Bezogen auf den einzelnen Wählversuch entspricht das einer Terminquote von 0,8 bis 1,8 Prozent.
70–189
Wählversuche pro wahrgenommenem Termin
Dieselbe Rechnung, geteilt durch die Show-Rate. Das ist die Zahl, mit der man planen sollte, denn ein Termin, der nicht stattfindet, erzeugt keinen Umsatz.

In der Mitte der Spanne liegen rund 90 Wählversuche pro gelegtem und rund 120 pro wahrgenommenem Termin.

Warum das nicht im Widerspruch zu „4 bis 18 Prozent” steht

Genau hier löst sich der scheinbare Widerspruch auf. Unsere 9 bis 14 Prozent auf Stufe 2 liegen mitten in der oft zitierten Spanne von 4 bis 18 Prozent. Unsere 0,8 bis 1,8 Prozent auf Stufe 1 liegen weit darunter.

Es sind dieselben Gespräche. Nur einmal geteilt durch die Zahl der erreichten Entscheider und einmal durch die Zahl der Wählversuche.

Wer also liest, eine Agentur erreiche „bis zu 30 Prozent Conversion”, sollte genau eine Frage stellen: Conversion wovon? Wenn die Antwort „vom Erstkontakt” lautet, ist die nächste Frage, was als Erstkontakt zählt. Ein Klingeln ohne Abnahme? Ein Gespräch mit dem Empfang?

Die zweite Unschärfe: Was gilt als Termin?

Die Nennergrenze ist die eine Hälfte des Problems. Die andere ist die Zählergrenze.

Ein „Termin” kann bedeuten:

  • Der Entscheider hat einem konkreten Datum zugestimmt und es steht im Kalender.
  • Der Entscheider hat gesagt, man könne „in vier Wochen nochmal telefonieren”.
  • Jemand hat um Zusendung von Unterlagen gebeten.

Nur der erste Fall ist ein Termin. Die beiden anderen sind Höflichkeitsformen, mit denen sich Terminstatistiken beliebig aufhübschen lassen.

Deshalb legen wir vor dem ersten Anruf schriftlich fest, was in einem Projekt als qualifizierter Termin zählt: eine Person, die entscheiden oder eine Entscheidung maßgeblich beeinflussen kann, die zum vorher definierten Zielprofil passt und die dem Termin bewusst zugestimmt hat. Wer das erst hinterher definiert, definiert es zu seinen Gunsten.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Für die Planung. Wenn Sie zehn wahrgenommene Termine im Quartal brauchen, sprechen wir über eine Größenordnung von rund 1.200 Wählversuchen. Das ist keine Nebenbei-Tätigkeit für einen Vertriebler, der eigentlich Abschlüsse machen soll. Genau an dieser Rechnung scheitern die meisten internen Versuche, und zwar nicht an der Person, sondern an der Kapazität. Warum das so ist, steht ausführlich unter Warum der interne SDR-Aufbau meistens scheitert.

Für die Erwartung. Eine Quote von 0,8 bis 1,8 Prozent je Wählversuch klingt niedrig, bis man sie mit dem Deal-Wert multipliziert. Bei einem Abschluss im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich rechnet sich der Kanal trotzdem. Bei einem Deal-Wert von 200 Euro rechnet er sich nicht, egal wie gut telefoniert wird.

Für die Optimierung. Die beiden Stufen reagieren auf unterschiedliche Hebel:

  • Stufe 1, die Erreichbarkeit, hängt fast vollständig an der Liste. Direkte Durchwahl statt Zentrale, richtiger Ansprechpartner, passende Uhrzeit.
  • Stufe 2, der Termin je Gespräch, hängt am Anlass und an der Gesprächsführung. Hier wirkt ein besserer Einstieg.

Die Erfahrung dahinter: Eine bessere Liste verbessert beide Stufen, eine bessere Gesprächsführung nur die zweite. Deshalb ist die Zielgruppendefinition kein Vorgeplänkel, sondern der Teil mit der größten Hebelwirkung. Dass sie zugleich über die rechtliche Zulässigkeit entscheidet, ist ein zweites Argument dafür, und steht unter Kaltakquise am Telefon: Was im B2B erlaubt ist.

Wie Sie die Zahlen einer Agentur prüfen

Wenn Ihnen jemand eine Erfolgsquote nennt, reichen vier Fragen, um herauszufinden, ob die Zahl trägt:

  1. Worauf bezieht sich die Quote? Wählversuche, erreichte Ansprechpartner oder erreichte Entscheider?
  2. Was zählt als Termin? Fester Kalendereintrag oder auch ein zugesagter Rückruf?
  3. Ist die Show-Rate eingerechnet? Oder sind das gelegte Termine, von denen ein Viertel nicht stattfindet?
  4. Aus welcher Liste? Eine gekaufte Adressliste und eine recherchierte Zielliste liegen um den Faktor zwei bis drei auseinander.

Wer auf alle vier Fragen eine konkrete Antwort bekommt, kann die Zahl vergleichen. Wer keine bekommt, hat keine Kennzahl gehört, sondern ein Verkaufsargument.

Der ehrliche Rahmen

Diese Werte stammen aus unserer eigenen Arbeit in den genannten Branchen. Sie sind keine Branchenstudie und keine Garantie. In einem Markt mit wenigen hundert relevanten Unternehmen, sehr technischen Ansprechpartnern oder ungewöhnlichen Erreichbarkeiten können sie deutlich abweichen.

Was sich aber nicht ändert, ist die Struktur: Zwei Stufen mit eigenen Quoten, eine Show-Rate darüber und eine Liste, die auf alles davon wirkt. Wer so rechnet, kann planen. Wer mit einer Sammelzahl rechnet, plant mit einer Zahl, die zu allem passt und deshalb nichts sagt.

Häufige Fragen

Wie viele Anrufe braucht man für einen Termin in der B2B-Telefonakquise?

Bei Bethke & Partner liegen zwischen einem Wählversuch und einem gelegten Termin 56 bis 132 Versuche. Diese Spanne setzt sich aus zwei Stufen zusammen: 8 bis 12 Wählversuche, bis ein Entscheider tatsächlich am Telefon ist, und 7 bis 11 Entscheider-Gespräche, bis daraus ein Termin wird. Rechnet man die Show-Rate von 70 bis 80 Prozent ein, sind es 70 bis 189 Wählversuche pro tatsächlich wahrgenommenem Termin.

Was ist eine realistische Terminquote in der Telefonakquise?

Das hängt davon ab, worauf sich die Quote bezieht. Bezogen auf Gespräche mit erreichten Entscheidern liegt sie bei Bethke & Partner zwischen 9 und 14 Prozent. Bezogen auf alle Wählversuche liegt dieselbe Leistung bei 0,8 bis 1,8 Prozent. Beide Zahlen beschreiben denselben Vorgang. Wer eine Terminquote nennt, ohne den Nenner dazuzusagen, macht die Zahl unbrauchbar.

Wie hoch ist eine gute Show-Rate bei telefonisch vereinbarten Terminen?

Bei uns nehmen 70 bis 80 Prozent der telefonisch vereinbarten Termine tatsächlich statt. Der Rest sind Absagen, Verschiebungen und No-Shows. Wer mit einer gelegten Terminzahl plant und die Show-Rate nicht einrechnet, plant systematisch zu optimistisch.

Warum schwanken die Zahlen im Markt so stark?

Drei Gründe. Erstens der unbenannte Nenner: Anrufversuch, erreichter Ansprechpartner oder erreichter Entscheider führen zu völlig verschiedenen Prozentwerten. Zweitens die Definition des Termins: Ein zugesagter Rückruf ist kein qualifizierter Termin. Drittens die Listenqualität, die den größten Einzelhebel darstellt und selten mitgenannt wird.

Lässt sich die Quote durch bessere Gesprächsführung steigern?

Ja, aber weniger als durch eine bessere Liste. Die Gesprächsführung wirkt auf die zweite Stufe, also auf die Termine je erreichtem Entscheider. Die Liste wirkt auf beide Stufen gleichzeitig: Sie entscheidet, ob überhaupt ein Entscheider erreichbar ist und ob das Thema für ihn gerade relevant ist. Deshalb investieren wir vor dem ersten Anruf in die Zielgruppe.

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